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Unser Wochentipp

Nr. 47

Projekt Kiekpadd

Natursehenswürdigkeiten im gesamten Landkreis Wesermarsch stellt das Projekt Kiekpadd vor.

Hornissen am Haus

Während solitäre (=einzeln lebende) Bienen und Wespen (wie Wildbienen, Grab-, Weg- und Faltenwespen) in ihrer Artenvielfalt der Bevölkerung kaum bekannt sind, ist unsere größte soziale Faltenwespenart, die Hornisse, zumindest dem Namen nach allgemein geläufig. Leider bestehen jedoch vielfach falsche Ansichten über das Verhalten und die Gefährlichkeit dieser unter Artenschutz stehenden beeindruckenden Insektenart.

Auch in der Wesermarsch kommt es immer wieder mal vor, dass Hornissen in Ermangelung anderer Nistmöglichkeiten vorhandene Hohlräume an oder in Wohnhäusern besiedeln. Im letzten Jahr wandten sich deshalb mehrfach beunruhigte Bürger an den Fachdienst Umwelt mit der Bitte um Hilfe. Hornissennester fanden sich z. B. in Rolladenkästen, auf Dachböden, unter Dachrinnen, in Schuppen und in Vogelnistkästen.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass es sich bei Hornissen um beeindruckende und wehrhafte Insekten handelt, die jedoch im Vergleich zu den allgemein bekannten Wespenarten (Deutsche Wespe und Gemeine Wespe) ein friedfertiges Verhalten zeigen. Hornissen nutzen weder Süßspeisen zur Nahrungsaufnahme noch verhalten sie sich abseits des Nestes aggressiv. Auch dringen sie nicht absichtlich in Wohnungen ein.

Daher werden sie dem Menschen in keiner Weise lästig, sondern erweisen sich im Garten als effektive Jäger von Insekten und deren Larven (z. B. Raupen). Die Gefahr, unabsichtlich mit einer Hornisse in Berührung zu kommen, ist viel geringer als bei den oben genannten Wespenarten. Der Stich einer Hornisse ist außerdem nicht gefährlicher als der Stich von Bienen und Wespen.

Solange nicht im direkten Umfeld eines Hornissennestes hantiert werden muss, geht auch hiervon keinerlei Gefahr aus. In einem Umkreis von ca. 4 Metern sollte man jedoch schnelle Bewegungen sowie Erschütterungen des Nestes vermeiden.

Die im letzten Jahr aufgetretenen Fälle von Hornissenansiedlungen am Haus haben sich alle als unproblematisch herausgestellt. Die Bewohner wurden über das Verhalten der Tiere aufgeklärt und die Nester an ihren Standorten belassen. Eine direkte Belästigung oder Gefährdung durch Hornissen ist weder vorher noch nachher bekannt geworden.

Ein Nest befand sich in einem Vogelnistkasten, der nach einem Sturm heruntergefallen war. Dieser Kasten wurde von der Rasenfläche in ein Baumhaus versetzt. Ein weiteres Nest befand sich in einem Rolladenkasten. Der Rolladen wurde dadurch stark verschmutzt. Der Hausbesitzer wurde darüber informiert, dass die Tiere im Herbst absterben und das alte Nest nicht wieder besiedelt wird. Das Belassen des Nestmaterials im Hohlraum verhindert hier die Neuanlage eines Nestes.

Bei Problemen mit Hornissen wenden Sie sich bitte an den Hornissenbetreuer Frank Bierkamp (04401-72823) ggf. per eMail.

Martin Gebhardt, überarbeitet Stein 10.2003

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