Auf
Basis der Richtlinie zum niedersächsischen Feuchtgrünlandschutzprogramm wurden in
Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft Bewirtschaftungsverträge erarbeitet, die besondere Rücksicht
auf die Wiesenvögel nehmen.
Durch diese Verträge werden freiwillige Einschränkungen der Landwirte bei der mechanischen Bodenbearbeitung, der Erstschnittnutzung, der Besatzdichte und der Düngung über Prämien honoriert.
Zur Umsetzung des Feuchtgrünlandschutzprogrammes für die Wesermarsch wurde ein Arbeitskreis eingesetzt. Der Erfolg der Maßnahmen wird in umfassenden Untersuchungen dokumentiert.
In der Wesermarsch wurden 7 Bereiche (insgesamt über 100 qkm) als Schwerpunktgebiete
des Feuchtgrünland-
schutzprogrammes Niedersachsen ausgewiesen. In einem dieser Gebiete, der ca. 3000 ha
großen Stollhammer Wisch, werden im Rahmen eines Pilotprojektes
die Möglichkeiten und Erfolge des freiwilligen Naturschutzes genau untersucht.
Im Projektgebiet (nicht mit dem naturschutzwürdigen
Bereich Stollhammer Wisch identisch) wurden in den Jahren 1992 und 93 umfassende Grundlagenuntersuchungen
durchgeführt. Das Gebiet liegt zwischen Nordenham im Osten und Stollhamm im Westen und
umfaßt 2700 ha. Hier brüten überdurchschnittlich viele Kiebitze,
Rotschenkel, Uferschnepfen
und Bekassinen, deren Lebensraum erhalten werden soll. (Tabelle Wiesenvögel)
Ausgestattet mit Landesmitteln des niedersächsischen Umweltministeriums konnte die Bezirksregierung Weser-Ems in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landwirtschaftsamt mittlerweile Bewirtschaftungsverträge mit 58 (d. h. 90 %) der Landwirte im Projektgebiet für mehr als ein Viertel der Fläche (869 ha) abschließen.
Die Einschränkungen der Bewirtschaftung sind so gestaltet, daß die Flächen wichtige Wirtschaftsflächen bleiben. Großflächiger Wiesenvogelschutz ist nur umsetzbar, wenn die Schutzmaßnahmen in die Betriebe integriert werden.
Schilfrohrsänger
Die Zeiten ändern sich. Während bei den röhrichtbewohnenden Singvögeln noch vor 20 Jahren das Blaukehlchen die Attraktion war, ist nun der Schilfrohrsänger, was die Seltenheit anbelangt, um Längen voraus. Entlang der Weser und in einigen Wesermarschgräben ist er noch zu finden.